WestJet Boeing 737: Hochgeschwindigkeits-Startabbruch, nachdem sich der Pilotensitz vollständig nach hinten verschoben hatte

WestJet Boeing 737: Hochgeschwindigkeits-Startabbruch, nachdem sich der Pilotensitz vollständig nach hinten verschoben hatte

BY KALUM SHASHI ISHARA Published on February 03, 2026 2 COMMENTS

CALGARY – Sicherheitsuntersucher haben einen erschütternden Vorfall beschrieben, bei dem eine WestJet Boeing 737-700, Registrierung C-FWSV, zu einem Hochgeschwindigkeits-Abbruch des Starts gezwungen war, nachdem sich der Sitz des Ersten Offiziers entriegelt und vollständig von den Flugsteuerungen weggerutscht war. Stand 3. Februar 2026 hat das Transportation Safety Board of Canada (TSB) seine vorläufige Überprüfung abgeschlossen und einen mechanischen Mangel in der Cockpit-Sitzanlage als Hauptursache identifiziert.

 

Der Vorfall, der sich während der kritischen Beschleunigungsphase des Starts ereignete, unterstreicht die wichtige Bedeutung einer intakten Cockpit-Ergonomie bei hochbelasteten Manövern.

 

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Ein kritischer Verlust der Kontrollgeometrie

 

Laut Angaben der TSB beschleunigte das Flugzeug während des Startlaufs, als sich der Sitz des Ersten Offiziers plötzlich vom Schienensystem löste. Ohne Vorwarnung schlug der Sitz in seine vollständig nach hinten gefahrene Stellung, wodurch der Pilot faktisch außer Reichweite der Ruderpedale geriet und sich sein Blick auf die Fluginstrumente und die Außensicht erheblich veränderte.

 

In der heiklen Situation eines Startlaufs kann jede Verschiebung der Körperposition des Piloten katastrophal sein. Die Besatzung handelte entschlossen und leitete einen RTO bei hoher Geschwindigkeit ein — ein Manöver, das seinerseits Risiken wie Reifenplatzern und Bremsbränden birgt — um die Sicherheit des Flugzeugs zu gewährleisten.

 

„Kanadische Ermittler gaben bekannt, dass eine WestJet Boeing 737-700 den Start bei hoher Geschwindigkeit abbrach, nachdem sich der Sitz des Ersten Offiziers entriegelt und vollständig nach hinten verschoben hatte,“ heißt es in dem Bericht.

 

Foto: AeroXplorer/ Luis Emilio Kieffer

 

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Untersuchungsergebnisse

 

Nach dem sicheren Abbruch des Starts bei etwa 120 KIAS und dem Zurückrollen zum Gate wurde das Flugzeug zur mechanischen Inspektion außer Dienst gestellt. Wartungsteams und TSB-Ermittler konzentrierten sich auf die Verstell- und Verriegelungskomponenten des Sitzes.

 

Die Inspektion ergab, dass das Versagen des Sitzes nicht auf eine falsche Positionierung durch den Piloten zurückzuführen war, sondern auf mechanischen Verschleiß. Ermittler stellten an einem Sitzverstellgriff ein „übermäßiges Spiel“ fest, das die Funktion des Sicherheitsmechanismus direkt beeinträchtigte.

 

„Die Inspektion des Sitzes des Ersten Offiziers ergab ‚übermäßiges Spiel‘ in einem Sitzverstellgriff, sagt die Sicherheitsbehörde, was zu ‚Schwierigkeiten‘ beim Einrasten der Sitzverriegelungsstifte führte.“

 

Das Versagen dieser Stifte, sich sicher in den Bodenschienen zu verankern, erlaubte dem Sitz, den Trägheitskräften der Beschleunigung nachzugeben, was zum plötzlichen Rückwärtsrutschen führte.

 

Foto: AeroXplorer/ Christopher Arboleda

 

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Sicherheitsfolgen und Wartungsmaßnahmen

 

Trotz des hochgeschwindigkeitsbedingten Abbruchs bestätigte die TSB, dass keiner der 64 Insassen an Bord verletzt wurde. Das Flugzeug selbst blieb unbeschädigt, ein Beleg für die Einhaltung der Standardbetriebsverfahren für Hochgeschwindigkeits-Abbrüche durch die Besatzung.

 

WestJet hat das konkrete mechanische Versagen inzwischen behoben, indem die defekte Einheit ausgetauscht wurde.

 

„Der Sitz wurde entfernt und ersetzt,“ bestätigte die TSB und signalisierte damit, dass das Flugzeug nach der Prüfung der neuen Installation wieder in den Flugbetrieb zurückgekehrt sei.

 

Dieser Vorfall erinnert an die „stillen“ mechanischen Risiken im Cockpit. Während sich ein Großteil der Luftfahrtsicherheit auf Triebwerke und Avionik konzentriert, bleibt die Stabilität der physischen Schnittstelle des Piloten mit dem Flugzeug eine grundlegende Voraussetzung für sicheren Flug.

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Kalum Shashi Ishara
I am an Aircraft Engineering graduate and an alumnus of Kingston University. It was a passion that I have had since childhood driven me to realise this goal of working in the Aviation and Aerospace industry. I have been working in the industry for more than 13 years now, and I can easily identify most commercial aircraft by spotting them from a distance. My work experience involved both technical and managerial elements of Aircraft component manufacturing, Quality assurance and continuous improvement management.

Comments (2)

Jay There has been a long standing AD on the 737's for cockpit seat track wear at the locking holes.
161d ago • Reply
Raphael Solomon Plane built in 2004. Not really surprising.
162d ago • Reply

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