HondaJet-Sicherheitsbericht: Starke Winde führten zur Pistenausfahrt

HondaJet-Sicherheitsbericht: Starke Winde führten zur Pistenausfahrt

BY KALUM SHASHI ISHARA Published on April 07, 2026 2 COMMENTS

Bundesermittler kamen zu dem Schluss, dass die Entscheidung der Flugbesatzung, ein HondaJet HA-420 unter Bedingungen zu landen, die dessen Konstruktionsgrenzen überschritten, die Hauptursache für eine landebahnseitige Ausrundung mit erheblichen Schäden war. Das National Transportation Safety Board (NTSB) veröffentlichte heute, den 7. April 2026, seinen Abschlussbericht zum Unfall am 28. Januar 2024 am Orlando International Airport und erinnerte damit eindringlich an die geringen Fehlertoleranzen bei Einsätzen mit Leichtjets.

 

Laut den Ermittlungen geriet der Part 135 On‑Demand‑Flug links von Runway 36L ab, nachdem die Piloten Seitenwindböen falsch eingeschätzt hatten, die durchweg das zertifizierte Seitenwindlimit des Flugzeugs überschritten. Während die zwei Piloten und zwei Passagiere unverletzt blieben, erlitt das Flugzeug erhebliche strukturelle Schäden am vorderen Holm des linken Flügels, nachdem es ein bruchbares Entfernungsschild getroffen hatte.

 

 HondaJet HA-420
Foto: AeroXplorer/ Jack Jarzynka

 

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Warnungen im Cockpit ignoriert

 

Aus dem Cockpittonbandgerät (CVR) rekonstruierte Beweismittel zeichnen das Bild einer Besatzung, die sich der sich verschlechternden Wetterlage bewusst war, aber dennoch weiterfliegen wollte. Fast 90 Minuten vor der Landung wertete die Crew ATIS‑Daten aus, die Winde aus 270 Grad mit 14 Knoten, böig bis 24 Knoten, anzeigten.

 

Als sich der Flug Orlando näherte, zeichnete das CVR auf, dass die Crew aktiv den Seitenwindanteil und die betriebsinternen Verfahren diskutierte. Sie erwogen sogar kurz, zu einem Ausweichflughafen mit besser ausgerichteten Pisten wie Orlando Executive (KORL) umzuleiten. Trotz dieser Warnzeichen stellte die NTSB fest:

 

„Der Pilot am Steuer entschied sich, zum geplanten Zielflughafen weiterzufliegen.“

 

Nur 1.2 nautical miles vor der Schwelle warnte der Turm die Crew, dass die Böen auf 24 Knoten zugenommen hätten, also vier Knoten über der veröffentlichten 20‑Knoten‑Beschränkung des HondaJet. Die NTSB‑Analyse der ASOS‑Daten bestätigte, dass diese Böen länger als eine Stunde vor dem Unfall durchgehend über dem Limit gelegen hatten.

 

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Präzision und Physik

 

Die Untersuchung konzentrierte sich in hohem Maße auf die Abläufe der Landung. Daten zeigen, dass beim Aufsetzen der Pilot versuchte, die Richtungssteuerung zu halten, die starken seitlichen Kräfte das Flugzeug aber überforderten, zentral zu bleiben. Die Maschine geriet nach links, verließ die Fahrbahn und glitt ins Gras, wo sie die Beschilderung traf.

 

In seiner abschließenden Bewertung machte die NTSB die Ereigniskette deutlich:

 

„Zum Unfall trugen bei, dass die Flugbesatzung den Anflug auf die Landebahn fortsetzte, obwohl sie von dem durchgehend den veröffentlichten Seitenwindwert des Flugzeugs überschreitenden Seitenwindanteil der Böen wusste, sowie ihre fehlerhafte Berechnung des Böenseitenwindanteils im Flug.“

 

Eine gründliche mechanische Untersuchung des Rumpfes, des Bremssystems und der Steuerung ergab vor dem Aufprall keine Auffälligkeiten. Das bestätigt, dass das Flugzeug wie vorgesehen funktionierte, jedoch in eine Umgebung gebracht wurde, für die es nicht konzipiert war.

 

Foto: AINonline

 

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Die Kosten eines Vier‑Knoten‑Fehlers

 

Der von den Ermittlern vermerkte „substantial damage“ (erhebliche Schäden) macht die Verwundbarkeit leistungsstarker Verbundwerkstoffflügel gegenüber bodennahen Hindernissen deutlich. Der Aufprall gegen das bruchbare Entfernungsschild reichte aus, um die Integrität des vorderen Holms zu beeinträchtigen, sodass eine komplexe und kostspielige Reparatur erforderlich wurde.

 

Sicherheits­experten meinen, der Bericht sollte einen erneuten Schwerpunkt auf eine „Go‑Around“-Kultur auslösen, insbesondere in der Business‑Luftfahrt, wo das sogenannte „get‑there‑itis“ oft das Urteilsvermögen trübt. Die NTSB betonte, dass die Bedingungen „entweder eine frühere Umleitung zu einem besser windausgerichteten Ausweichflughafen oder einen Durchstart in der kurzen Endanflugphase erforderlich gemacht hätten“.

 

Während die Branche diese Erkenntnisse verarbeitet, bleibt die Botschaft an Betreiber klar: Flugzeuggrenzen sind keine Empfehlungen, und die Mathematik des Seitenwindanteils ist nicht verhandelbar.

 

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Kalum Shashi Ishara
I am an Aircraft Engineering graduate and an alumnus of Kingston University. It was a passion that I have had since childhood driven me to realise this goal of working in the Aviation and Aerospace industry. I have been working in the industry for more than 13 years now, and I can easily identify most commercial aircraft by spotting them from a distance. My work experience involved both technical and managerial elements of Aircraft component manufacturing, Quality assurance and continuous improvement management.

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