DALLAS, TX — Seit 55 Jahren galt es als der "Wilde Westen" des amerikanischen Luftraums; ein skurriles Boarding-Ritual nach dem Motto "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst", das eine Marke prägte. Aber seit heute Morgen, dem 27. Januar 2026, werden die nummerierten Pfosten abgebaut, und das Gerangel um die Notausgangsreihe ist offiziell Geschichte.
Ab heute wird auf allen abhebenden Flügen von Southwest Airlines weltweit eine Sitzplatzzuweisung eingeführt, was die bedeutendste operative Umstellung in der Geschichte der Fluggesellschaft darstellt. Die bereits 2024 angekündigte Maßnahme zielt darauf ab, das Image der Airline zu modernisieren und einen größeren "share of wallet" bei Reisenden zu gewinnen, die die Fluggesellschaft zuvor wegen der Unsicherheit beim Boarding gemieden hatten.
„Wir haben unsere neue Kabine, neue Sitze, den Wechsel zu zugewiesenen Sitzplätzen. Das Extra Legroom. All das, um die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen und letztlich unseren Aktionären zu ermöglichen, einen größeren 'share of wallet' bei unseren Kunden zu gewinnen und ihnen Dinge anzubieten, die sie wollen,“ sagte Southwest CEO Bob Jordan.

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Der neue "Group 1-8"-Boarding-Prozess
Die legendären Boarding-Gruppen A, B und C wurden zugunsten eines nummerierten Systems (1 bis 8) abgeschafft, das näher an den Gepflogenheiten der traditionellen Fluggesellschaften liegt. Digitale Bildschirme an den Gates ersetzen die alten Metallpfosten, um die Passagiere durch die neue Reihenfolge zu führen.
Ihre Boarding-Gruppe wird jetzt durch eine Kombination aus Tarifklasse, Sitzplatzlage und Treuestatus bestimmt.
Groups 1–2: Premium-Reisende, die "Choice Extra"-Tarife gebucht haben, Personen in Extra Legroom-Sitzen und A-List Preferred-Mitglieder.
Groups 3–5: A-List-Mitglieder, Kunden, die "Choice Preferred"-Tarife gebucht haben, und Rapid Rewards Credit Cardmembers (die spätestens in Group 5 an Bord gehen).
Groups 6–8: Reisende mit "Choice"- oder "Basic"-Tarifen und Standardbestuhlung, die sich typischerweise in der Mitte oder im hinteren Kabinenbereich befinden.
„Die Sitzplatzzuweisung eröffnet neue Möglichkeiten für unsere Kunden, einschließlich der Möglichkeit, Extra Legroom-Sitze zu wählen, und beseitigt die Unsicherheit, nicht zu wissen, wo sie in der Kabine sitzen werden“, erklärte Tony Roach, Executive Vice President of Customer and Brand bei Southwest.
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Tarifklassen
Im Zuge der Überarbeitung hat Southwest seine Tarifstruktur neu gebrandet, um die neuen Sitzoptionen widerzuspiegeln. Passagiere wählen nun aus vier unterschiedlichen Paketen:
| New Fare Tier | Previous Name | Seating Perk | Boarding Group |
|---|---|---|---|
| Choice Extra | Business Select | Inklusive Extra Legroom-Sitz | Groups 1–2 |
| Choice Preferred | Anytime | Preferred Seat (Front/Middle) | Groups 3–5 |
| Choice | Wanna Get Away+ | Standard Seat bei Buchung | Groups 6–8 |
| Basic | Wanna Get Away | Bei Check-in zugewiesen | Groups 6–8 |
Premium-Upgrades
Erstmals monetarisiert Southwest seine Kabinenfläche. Etwa ein Drittel der Kabine wurde umgebaut, um Extra Legroom anzubieten und bis zu fünf zusätzliche Zoll Sitzabstand zu ermöglichen. Diese Sitze befinden sich im vorderen Kabinenbereich und in den Notausgangsreihen.
Preferred Seats nehmen den vorderen bis mittleren Kabinenbereich ein. Obwohl sie Standardbeinfreiheit bieten, ermöglichen sie ein schnelleres Aussteigen nach der Landung. Passagiere mit einem "Basic"-Tarif erhalten bei Check-in automatisch einen Sitz zugewiesen, häufig im hinteren Teil des Flugzeugs.
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Was passiert mit Stammkunden und Familien?
Um Bedenken von langjährigen Fliegern hinsichtlich einer „Sicherheitsverwässerung“ zu zerstreuen, hat Southwest Schutzmechanismen für seine häufigsten Reisenden eingebaut:
A-List Preferred: Können bei der Buchung kostenlos jeden Sitz wählen, einschließlich Extra Legroom.
A-List: Können bei der Buchung Preferred- oder Standard-Sitze wählen. Sie können 48 Stunden vor Abflug, sofern verfügbar, kostenlos auf Extra Legroom upgraden.
Families: Reservierungen für bis zu neun Personen unter einer Buchung werden der gleichen Boarding-Gruppe zugewiesen, damit sie zusammenbleiben können.

Das "Warum" hinter der Änderung
Während die Politik des offenen Sitzplatzes für Gründer Herb Kelleher einst ein Grund zum Stolz war, deuteten moderne Daten darauf hin, dass sie zur Last geworden war. Laut interner Forschung von Southwest gaben 80 Prozent der eigenen Kunden und 86 Prozent der Passagiere, die andere Fluggesellschaften nutzen, eine klare Präferenz für zugewiesene Sitzplätze an.
„Man kann entweder ehrlich zu sich selbst sein und erkennen, was man tun muss, um die Bedürfnisse [der Passagiere] zu erfüllen, oder man ignoriert das und gerät immer weiter hinter seine Kunden zurück“, bemerkte Bob Jordan in einem jüngsten Interview. „Und irgendwann hat Sie Ihr Kunde verlassen, weil Sie seine Bedürfnisse nicht mehr erfüllen.“
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