Airbus-Ingenieure haben das ZEROe-Wasserstoff-Brennstoffzellen-(HFC)-Programm offiziell vom Labor an die Fluglinie verlegt und damit die technische Machbarkeit eines 100-sitzigen Regionalflugzeugs bestätigt, das vollständig von einer elektrisch-wasserstoffbetriebenen Antriebsanlage angetrieben wird.
Nach einer intensiven Validierungsphase im E-Aircraft System House in München kommt der Flugzeughersteller zu dem Schluss, dass die "Iron Pod"-Architektur, ein eigenständiger wasserstoff-elektrischer Antriebsstrang, die Anforderungen an Leistungsdichte und thermisches Management für die kommerzielle Luftfahrt erfüllen kann.
Die technische Durchbruchleistung konzentriert sich auf die erfolgreiche Skalierung von Brennstoffzellenstapeln in den Megawatt-Bereich.
Um einen Rumpf mit 100 Passagieren über eine anvisierte Reichweite von 1.000 nautischen Meilen (1.850 km) zu bewegen, benötigt das Flugzeug etwa 8 MW kombinierte Leistung.
Die von Airbus ausgewählte Konfiguration sieht vier Unterflügel-Pods vor, von denen jeder ein 2-MW-Elektrotriebwerk beherbergt, das von flüssigem Wasserstoff (LH2) gespeist wird, der bei kryogenen Temperaturen von -253C gelagert wird.

Foto: Airbus
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Meisterung der thermischen und kryogenen Herausforderung
Eines der bedeutendsten ingenieurtechnischen Hindernisse, das in dieser Machbarkeitsstudie überwunden wurde, war die sogenannte "thermische Steuerlast" der Brennstoffzellen.
Für jede Megawattstunde erzeugter Elektrizität produzieren Brennstoffzellen zwischen 0,4 MW und 0,6 MW Abwärme.
Das neue Design von Airbus integriert hocheffiziente Mikrokanal-Wärmetauscher direkt in die Pod-Aerodynamik, wodurch eine passive Kühlung in der Reiseflugphase ohne erhebliche Widerstandsnachteile möglich wird.
„Es war ein großer Moment für uns, denn die Architektur und die Gestaltungsprinzipien des Systems sind dieselben wie die, die wir im endgültigen Entwurf sehen werden,“ sagte Mathias Andriamisaina, Leiter für Tests und Demonstrationen im ZEROe-Projekt, nach der Integration des 1,2-MW-Antriebsstrangs in das A380 MSN001-Versuchsflugzeug.
Die Bestätigung der Machbarkeit stützt sich zudem auf die Reifung des Joint Ventures Aerostack, das die Masse der Brennstoffzellenstapel seit 2024 erfolgreich um 30 % reduziert hat.
Durch den Einsatz fortschrittlicher Verbundwerkstoffe für die kryogenen Tanks, entwickelt in den Entwicklungszentren in Stade und Filton, hat Airbus ein Verhältnis von Treibstoffanteil zu Gewicht erreicht, das das 100-Sitzer-Konzept kommerziell tragfähig macht.

Foto: AeroXplorer/ Lucas Wu
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Flugbetrieb des Demonstrators
Um diese Laborergebnisse in einer "realen" Umgebung zu validieren, hat Airbus eine intensive Reihe von Flugtests begonnen, bei denen das A380 MSN001 (F-WWOW) als multimodale Plattform eingesetzt wird.
Das Flugzeug wurde modifiziert, um einen einzelnen 2-MW-Wasserstoff-Pod auf dem oberen Rumpf zu tragen.
Nachfolgend sind die veröffentlichten Flugtesteinsätze für die aktuelle Frühjahrskampagne 2026 mit Basis in Toulouse aufgeführt.
| Flug-Nr. | Strecke | Abflugzeit | Ankunftszeit | Dauer |
|---|---|---|---|---|
| AIB 001Z | TLS (Toulouse) – Pyrenäen-Testgelände | 09:30 AM | 12:15 PM | 2h 45m |
| AIB 002Z | TLS (Toulouse) – Golf von Biskaya | 02:00 PM | 05:30 PM | 3h 30m |
| AIB 005Z | TLS (Toulouse) – TLS (Ausdauerflug in großer Höhe) | 08:00 AM | 01:00 PM | 5h 00m |
Hinweis: Diese Einsätze dienen der "Cold-Box"-Prüfung und der Vibrationsqualifizierung des LH2-Verteilungssystems.
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Der Weg bis 2040 und darüber hinaus
Obwohl die technische Machbarkeit nun "abgesichert" ist, bleiben die Führungskräfte von Airbus offen hinsichtlich der externen Infrastrukturherausforderungen.
Auf dem Airbus Summit 2025 hat das Unternehmen den Einführungszeitraum (EIS) auf den Zeitraum 2040–2045 verschoben, um dem globalen "Hydrogen Hubs at Airports"-Netzwerk Zeit zur Reifung zu geben.
„In den letzten fünf Jahren haben wir mehrere Wasserstoffantriebskonzepte untersucht, bevor wir dieses vollständig elektrische Konzept ausgewählt haben. Wir sind zuversichtlich, dass es die notwendige Leistungsdichte für ein wasserstoffbetriebenes Verkehrsflugzeug liefern kann und sich weiterentwickeln wird, wenn wir die Technologie reifen lassen,“ merkte Glenn Llewellyn, Vizepräsident für ZEROe Aircraft bei Airbus, an.
Die nächste Phase des Programms, geplant für Ende 2027, wird vollständige Bodentests des integrierten Wasserstoffverteilungssystems umfassen, einschließlich des weltweit ersten voll funktionsfähigen Verbundstoff-Kryotanks.
Für die Luft- und Raumfahrtgemeinschaft ist die heutige Bestätigung das endgültige "grüne Licht", dass das Zeitalter emissionsfreier Regionalflüge nicht mehr eine Frage des "Ob", sondern des "Wann" ist.
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