Die Luftfahrt-Sicherheitsbehörden haben eine dringende Untersuchung zu einem brisanten Vorfall am São Paulo/Guarulhos International Airport (GRU) eingeleitet, an dem eine LATAM Boeing 777-300ER beteiligt war.
In der Nacht zum Sonntag, den 15. Februar, leitete der breitkabinige Jet einen hochenergetischen Abbruch des Starts (RTO) ein, bei einer Geschwindigkeit, die die üblichen Abbruchparameter deutlich überschritt, und zwar entscheidenderweise nachdem das Flugzeug bereits mit der Rotation begonnen hatte.

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Ein kritischer Moment auf Startbahn 10L
Der Vorfall hat die Luftfahrtgemeinschaft wegen seines Zeitpunkts schockiert.
Die Standardbetriebsverfahren schreiben vor, dass ein Start nach "V1" (Entscheidungsgeschwindigkeit) nicht abgebrochen werden sollte, es sei denn, die Piloten halten das Flugzeug für nicht flugfähig.
In diesem Fall hielten Augenzeugen und "Plane-Spotter" am Flugfeld den Moment fest, in dem die Vorderräder des großen zweimotorigen Flugzeugs sich vom Boden lösten, bevor die Besatzung plötzlich die Bremsen voll anwarf und die Schubumkehr vollständig einsetzte.
Nach dem Hochgeschwindigkeits-Abbruch kam das Flugzeug, registriert als PT-MUH, nahe dem Ende der Startbahn zum Stillstand. Die physischen Schäden an der Flugzeugzelle traten sofort zutage:
Thermische Überlastung: Rettungskräfte berichteten, dass die Bremsen bei ihrem Eintreffen "sichtbar glühend heiß" waren.
Reifenversagen: Alle Hauptfahrwerksreifen schienen durch das Auslösen der Schmelzstifte zerrissen oder platt zu sein, ein Sicherheitsmechanismus, der Reifenexplosionen bei extremer Bremswärme verhindern soll.
Passagier-Evakuierung: Obwohl keine Notrutschen ausgelöst wurden, wurden die Passagiere über mobile Treppen auf einem Rollweg aus dem Flugzeug geführt und per Bus zurück zu Terminal 3 gebracht.
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Die Untersuchung
Das brasilianische Zentrum für Untersuchung und Verhütung von Luftfahrzeugunfällen (CENIPA) bestätigte, dass es eine Untersuchung zu dem Ereignis eingeleitet hat.
Während der konkrete "Auslöser" des Abbruchs noch nicht bekanntgegeben wurde, wird erwartet, dass die Ermittler untersuchen, ob ein technischer Defekt vorlag oder ob die Besatzung während der Rotationsphase einen widersprüchlichen Cockpit-Alarm erhielt.
Sicherheitsexperten der Luftfahrt weisen darauf hin, dass ein Startabbruch, nachdem das Bugfahrwerk den Boden verlassen hat, ein "äußerst seltenes und risikoreiches Manöver" ist, da die Gefahr eines Heckschlags oder eines Überlaufs der Startbahn besteht. Laut vorläufigen Berichten:
„Unfallermittler der Luftfahrt haben eine Untersuchung zu einem potenziell schweren Vorfall mit einer LATAM Brasil Boeing 777-300 am Flughafen São Paulo eingeleitet, nachdem die Piloten einen Hochgeschwindigkeits-'rejected takeoff' erst durchgeführt hatten, als die Vorderräder bereits vom Boden abgehoben waren.“

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Ein Schatten über LATAMs 777-Betrieb?
Der Vorfall in São Paulo ereignet sich nur zehn Tage, nachdem italienische Ermittler ihren Abschlussbericht zu einem anderen LATAM-777-Zwischenfall veröffentlichten, einem schweren Heckschlag in Mailand im Jahr 2024.
Dieser Anfang Februar 2026 fertiggestellte Bericht machte eine Fehlberechnung des Gewichts um 100 Tonnen für einen gefährlichen Abflug verantwortlich, bei dem das Flugzeug Mühe hatte, an Höhe zu gewinnen. (Hier klicken, um mehr zu lesen)
Obwohl es derzeit keine Hinweise gibt, die die beiden Ereignisse miteinander verbinden, hat das Timing LATAMs Protokolle zur Startleistungsberechnung für Großraumflugzeuge unter intensive Beobachtung gestellt.
Die Fluggesellschaft erklärte, sie kooperiere "vollumfänglich mit den Behörden", um zu klären, warum Flug LA8146 an einem derart kritischen Zeitpunkt abgebrochen wurde.
| Vorfallsdetails | Fluginformationen |
|---|---|
| Flugnummer | LA8146 |
| Flugzeugtyp | Boeing 777-300ER (PT-MUH) |
| Route | São Paulo (GRU) – Lissabon (LIS) |
| Abbruchgeschwindigkeit | ~178 Knoten |
| Status | Flugzeug zur Inspektion am Boden; Untersuchung läuft |
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