United Airlines-CEO Scott Kirby hat die Idee einer spektakulären Fusion mit dem Konkurrenten American Airlines Group ins Spiel gebracht, berichtete Bloomberg News am Montag unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Kirby hat die Idee hochrangigen Regierungsvertretern vorgestellt, allerdings ist unklar, ob bereits formelle Anfragen gestellt wurden oder ob ein tatsächlicher Prozess zur Prüfung eines Deals im Gange ist.
Der Bericht ließ die Aktien von American Airlines nach Börsenschluss um mehr als 5 % steigen, während die von United Airlines unverändert blieben, was die Anlegerbegeisterung für einen Deal widerspiegelt, der die US-Luftfahrtlandschaft grundlegend verändern würde.

Eine Fusion zweier der größten US-Fluggesellschaften würde mit ziemlicher Sicherheit einer intensiven Prüfung durch die Aufsichtsbehörden und starkem Widerstand von Verbrauchergruppen ausgesetzt sein. Gemeinsam kontrollieren United und American Airlines einen erheblichen Anteil des US-Inlands-Passagiermarktes, der bereits von nur vier großen Fluggesellschaften dominiert wird: American Airlines, Delta Air Lines, United Airlines und Southwest Airlines. Eine Fusion würde eine Branche weiter konzentrieren, von der Verbraucherschützer schon lange sagen, dass sie unter unzureichendem Wettbewerb leidet.
Kirby selbst hat eine Vergangenheit bei American Airlines. Er war von 2013 bis 2016 Präsident der Fluggesellschaft, bevor er zu United wechselte. Dieser Hintergrund verschafft ihm ein ungewöhnlich tiefes Verständnis für die Abläufe, Vermögenswerte und die strategische Position von American Airlines und könnte ihm erlauben, eine besondere Perspektive darauf zu bieten, wie die beiden Airlines integriert werden könnten.
Das schiere Ausmaß des möglichen Geschäfts ist auffällig. United Airlines hat derzeit eine Marktkapitalisierung von fast 31 Milliarden Dollar, während American Airlines nach LSEG-Daten mit etwa 7,42 Milliarden Dollar bewertet wird. Damit ist United nach dieser Messung mehr als viermal so groß wie die potenzielle Zielgesellschaft.

Die Konsolidierung in der Luftfahrtbranche hat Kirby in diesem Jahr offen thematisiert, wobei Analysten seine Äußerungen zuvor eher als Hinweis auf Interesse am Erwerb einer kleineren Regionalfluggesellschaft und nicht an einer Fusion mit einem Traditionsunternehmen in der Größenordnung von American interpretiert hatten. Der heutige Bericht, falls er zutrifft, deutet darauf hin, dass Kirbys Ambitionen deutlich größer sein könnten.
Ein solcher Deal wäre eine wegweisende Transaktion in einer Branche, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits tiefgreifende Konsolidierung erfahren hat. Die größte Fusion einer US-Fluggesellschaft fand 2013 statt, als American Airlines und US Airways zusammenkamen, um die verkehrsgrößte Fluggesellschaft der Welt zu schaffen, wodurch sich eine Branchenstruktur mit vier dominierenden Großakteuren festigte.
Frühere Meilensteine umfassen die 2008–2010 erfolgte Fusion von Delta Air Lines und Northwest Airlines, die zeitweise die weltweit größte Fluggesellschaft hervorgebracht hat, sowie die 2010 erfolgte Verbindung von United mit Continental Airlines, die einen in Chicago ansässigen Riesen mit wichtigen Drehkreuzen in Houston, Washington, San Francisco, Denver, Newark und weiteren Städten bildete.

Ob Kirbys Gespräche mit Regierungsvertretern erste Verhandlungsansätze oder noch vorläufigere Schritte sind, bleibt abzuwarten. Fest steht aber, dass die Aussicht auf eine Kombination von United und American eine der folgenreichsten Unternehmensfusionen der jüngeren US-Wirtschaftsgeschichte wäre.
Comments (2)
David Hammack
"...Pitched the idea to senior government officials" Translation: How much of a bribe will it take to get this through?
David Hammack
"Pitched the idea to senior government officials" Translation: How much of a bribe will it take to get this through?
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