RIO DE JANEIRO – In der Hightech-Luftfahrt zeigt sich die größte Verwundbarkeit oft nicht in den Wolken, sondern auf dem Hangarboden. Stand 6. Februar 2026 hat die Untersuchung der Notwasserung am 2. Januar eines Omni Táxi Aéreo Airbus H160 eine dramatische Wendung genommen. Neu aufgetauchte Überwachungsvideoaufnahmen aus der Wartungsanlage des Betreibers werfen ein scharfes Licht auf Arbeiten am Boden, die nur Tage zuvor durchgeführt wurden, bevor das Fluggerät in den Atlantik stürzte.
Das „unblinzelnde Auge“ der Hangar-CCTV zeichnete am 24. Dezember 2025 eine Reihe von Ereignissen auf, die das Schicksal des hochmodernen Hubschraubers besiegelt haben könnten. Einem vorläufigen Update des Aviation Accident Investigation and Prevention Centre (CENIPA) zufolge scheint das Filmmaterial ein kritisches Bauteil, eine Pitch-Change-Stange des Hauptrotors, zu zeigen, die sich während einer Wartung verklemmte.

Foto: JetPhotos/ Lucas Lima
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Der Wartungszwischenfall am 24. Dezember
Das Fluggerät mit der Registrierung PR-OFB wurde am Heiligabend einem Funktionstest des Taumelscheibenlagers unterzogen. Dieses spezielle Verfahren erfordert die Immobilisierung der Flugsteuerungskomponenten, doch die Videoaufnahmen deuten auf eine Abweichung von den vorgeschriebenen Sicherheitsprotokollen hin.
In ihrem jüngsten Update stellte CENIPA fest:
„Auf den Aufnahmen der Kameras war zu sehen, dass während der Wartungsarbeiten die RH MGB-Festverkleidung am Fluggerät angebracht war und dass die Pitch-Change-Stangen weder gesichert noch immobilisiert waren, während die Hauptrotorblätter drehten.“
Das Filmmaterial zeigt, wie sich eine Pitch-Change-Stange für die „weiße“ Blattfläche beim manuellen Drehen des Rotors sichtbar an der Festverkleidung verkeilte. Diese mechanische Behinderung steht nun im Mittelpunkt der Ermittlungen, die klären sollen, ob dieses Ereignis die plastische Verformung und den anschließenden Ermüdungsbruch der Stange während des Fluges verursacht hat.
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Technischer Bruch und Krise in der Luft
Der Flug am 2. Januar war ein routinemäßiger Offshore-Transfer von Cabo Frio (SBCB) zur Deep Blue Maritime Unit. Die Mission verlief ohne Zwischenfälle, bis das Fluggerät eine Reisefluggeschwindigkeit von 130 Knoten auf 4.500 Fuß erreichte. In diesem Moment brach das obere Stangenende der Pitch-Change-Baugruppe der „weißen“ Blattfläche.
Die daraus resultierenden Vibrationen waren so heftig, dass die Flugbesatzung meldete, sie sei „unable to read instruments.“ Angesichts eines katastrophalen Verlusts der Steuerkontrolle leiteten die Piloten eine Notautorotation und eine kontrollierte Notwasserung ein.

Foto: verticalmag
„In diesem Stadium der Untersuchung ist es nicht möglich zu schließen, ob der im Videomaterial beobachtete Einklemmer zur dauerhaften plastischen Verformung am oberen Stangenendlager der weißen Blattfläche beigetragen hat“, heißt es im aktualisierten Bericht.
Trotz der Unklarheit deuten die aus dem Meeresboden geborgenen physischen Beweise, darunter mikroskopische Risse und eine plastische Verformung von 2,5 Grad, darauf hin, dass die Stange vor dem endgültigen Bruch enormen Belastungen ausgesetzt war.

Foto: verticalmag
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Flugbetrieb und Zusammenfassung des Vorfalls
Die folgende Tabelle listet die spezifische Operation und den aktuellen Status der Airbus H160-Flotte nach diesem für den Typ einmaligen Vorfall auf.
| Detail | Information |
|---|---|
| Flight Date | January 2, 2026 |
| Aircraft Type | Airbus Helicopters H160 (MSN 1050) |
| Registration | PR-OFB |
| Operator | Omni Táxi Aéreo |
| Route | Cabo Frio (SBCB) – Deep Blue Unit (9DBL) |
| Event Type | Kontrollierte Notwasserung (Südlicher Atlantik) |
| Occupants | 8 (2 Crew, 6 Passengers) - All Rescued |
| Regulatory Action | EASA Dringende Lufttüchtigkeitsanweisung (Austausch nach 165 Flugstunden) |
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Weltweite Flotte unter Beobachtung
Der Vorfall hallt weit über die brasilianische Küste hinaus. Airbus Helicopters und die European Union Aviation Safety Agency (EASA) haben inzwischen eine Emergency Airworthiness Directive (EAD) erlassen, die den Austausch der oberen Enden der Pitch-Change-Stangen des Hauptrotors an allen H160 vorschreibt, die 165 Flugstunden erreicht haben.
Für Airbus ist die Notwasserung ein ernüchternder Moment für sein neuestes Flaggschiff. Das Unternehmen betont, dass die Sicherheit während der Feststellung der Ursache weiterhin „absolute Priorität“ habe.
„Unser vorrangiges Ziel ist es, den weiterhin sicheren Transport jeder Person zu gewährleisten, die mit einem Airbus-Hubschrauber fliegt“, erklärte der Hersteller bei der Veröffentlichung des Emergency Alert Service Bulletin. „Deshalb schreiben wir den Austausch dieses Bauteils vor, solange die Bruchursache noch untersucht wird.“
Die Untersuchung verlagert sich nun auf die menschlichen Faktoren im Hangar. Die H160 ist ein Meisterwerk digitaler Ingenieurskunst, aber wie das CENIPA-Material nahelegt, sind selbst die fortschrittlichsten Fly-by-Wire-Maschinen letztlich den Händen ausgeliefert, die sie warten.
Comments (1)
Sam
Major kudos to the crew who were able to perform the emergency controlled ditching procedures! With the FL (4500’) at which this occurred was expecting to read about fatalities in report… Instead, 2 crew & 6 pax were able to “walk away”. Outstanding job!
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