WASHINGTON, D.C. – Die Federal Aviation Administration (FAA) hat eine vorrangige Lufttüchtigkeitsanordnung (AD) für General Electric GE90-Triebwerke, die Hauptantriebe der Boeing 777-Flotte, offiziell abgeschlossen.
Die am 2. Januar 2026 veröffentlichte Regelung befasst sich mit einem kritischen Fertigungsfehler, bei dem Eisenverunreinigungen in pulvermetallischen Bauteilen gefunden wurden, die zu nicht eingedämmten Triebwerksausfällen führen könnten.
Die Anordnung folgt auf eine mehrjährige Untersuchung von GE Aerospace, die ergab, dass bestimmte Hochdruckturbinen(HPT)-Scheiben mit pulvermetallischem Material gefertigt wurden, das vermutlich "Eiseinschlüsse" enthält.
Diese Verunreinigung kann die Ermüdungsfestigkeit von Triebwerksbauteilen deutlich verringern und dazu führen, dass sie vorzeitig brechen.

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Die technische Aufschlüsselung
Das Problem mit den "Eiseinschlüssen" rührt von Mängeln im pulvermetallischen Herstellungsprozess her.
In der hochbelasteten, hochtemperierten Umgebung eines Strahltriebwerks wirken diese mikroskopischen Verunreinigungen als Spannungskonzentratoren und führen zur schnellen Bildung von Rissen.
Bricht eine Turbinenscheibe bei Reisefluggeschwindigkeit, kann dies zu einem nicht eingedämmten Ausfall führen, bei dem Trümmer mit hoher Geschwindigkeit durch die Triebwerksverkleidung geschleudert werden und eine direkte Gefahr für die Flügel, die Treibstofftanks und den Rumpf des Flugzeugs darstellen.
„Obwohl keine Vorfälle eines vorzeitigen Bruchs im Zusammenhang mit dieser spezifischen Entdeckung an GE90-Triebwerken gemeldet wurden, kam die Risikoabschätzung zu dem Schluss, dass die betroffenen Scheiben ausgetauscht werden müssen, um die fortdauernde Lufttüchtigkeit sicherzustellen“, erklärte die FAA in ihrer endgültigen Regelung.
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Geltungsbereich und Compliance-Anforderungen
Die als AD 2025-25-07 bezeichnete Anordnung tritt am 6. Februar 2026 in Kraft. Sie gilt für die Modelle GE90-90B, GE90-94B, GE90-110B1 und GE90-115B.
Die Vorgabe verlangt von den Betreibern den Austausch betroffener HPT Stufe 1- und Stufe 2-Scheiben anhand spezifischer Nutzungsgrenzen:
| Bauteil | Austauschschwelle (Cycles Since New) | Geschätzte Kosten (pro Triebwerk) |
|---|---|---|
| HPT Stufe 1-Scheibe | Bevor 4.650 CSN überschritten werden | $932,816 |
| HPT Stufe 2-Scheibe | Bevor 11.300 CSN überschritten werden | $187,086 |
Hinweis: Alle Scheiben, die mit Seriennummern hoher Risikoklasse identifiziert werden, müssen vor dem nächsten Flug ersetzt werden.
Auswirkungen auf die Branche und Reaktionen der Betreiber
Die FAA schätzt, dass der weltweite Effekt Dutzende Flugzeuge betrifft, wobei nur eine geringe Anzahl von Triebwerken in der US-Registrierung derzeit mit den spezifisch nicht konformen Teilen ausgestattet ist.
Wesentliche Betreiber von GE90-betriebenen Boeing 777, darunter American Airlines, United Airlines und FedEx Express, arbeiten eng mit GE Aerospace zusammen, um die betroffene Hardware schrittweise auszutauschen.
Während der öffentlichen Stellungnahmefrist äußerten Boeing, FedEx und die Air Line Pilots Association (ALPA) ihre volle Unterstützung für die Anordnung. GE Aerospace hat außerdem proaktiv Service Bulletins (insbesondere SB 72-0926) herausgegeben, um Fluggesellschaften bei der Inspektion und dem Austausch zu unterstützen.

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Der weitere Kontext
Diese Anordnung ist Teil einer branchenweiten Prüfung der Integrität von pulvermetallischen Werkstoffen.
Ähnliche Kontaminationsprobleme haben kürzlich andere große Triebwerksprogramme betroffen, am bekanntesten die Pratt & Whitney GTF (PW1100G)-Triebwerke, die 2024 und 2025 Hunderte von Airbus A320neo zur Inspektion am Boden sahen.
Mit der Finalisierung dieser AD will die FAA verhindern, dass die GE90-Flotte ähnliche großflächige Betriebsstörungen erlebt, indem der Austausch vorgeschrieben wird, bevor ermüdungsbedingte Risse auftreten können.
Zusammenfassung zur Flugsicherheit: FAA AD 2025-25-07
| Detail | Status / Daten |
|---|---|
| Nummer der Anordnung | AD 2025-25-07 |
| Gültig ab | 6. Februar 2026 |
| Hauptgefahr | Nicht eingedämmter Bruch einer HPT-Scheibe |
| Betroffene Flugzeugtypen | Boeing 777-200ER, -200LR, -300ER und 777F |
| Betroffene Triebwerke | GE90-90B, -94B, -110B1, -115B |
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