Ermittlungen zum katastrophalen Absturz von Air India Flug AI171 deuten trotz neuer Whistleblower‑Aussagen auf ein vorsätzliches Eingreifen des Piloten hin

Ermittlungen zum katastrophalen Absturz von Air India Flug AI171 deuten trotz neuer Whistleblower‑Aussagen auf ein vorsätzliches Eingreifen des Piloten hin

BY KALUM SHASHI ISHARA Published on January 30, 2026 3 COMMENTS

In einem bedeutenden und umstrittenen Wandel für die weltweite Luftfahrtgemeinschaft konzentrieren sich die Ermittler, die den Absturz im Juni 2025 von Air India Flight AI171 untersuchen, nun auf vorsätzliche Eingriffe der Piloten als Hauptursache der Katastrophe. Stand January 30, 2026 legen Berichte des Aircraft Accident Investigation Bureau (AAIB) nahe, dass ein mechanischer Ausfall weitgehend ausgeschlossen werden kann und die Handlungen der Flugbesatzung in den Mittelpunkt der Untersuchung zu Indiens schlimmster Luftfahrttragödie seit Jahrzehnten rücken.

 

Die Boeing 787-8 Dreamliner, mit der Registrierung VT-ANB, stürzte kurz nach dem Start am June 12, 2025 in einen Wohnheimkomplex für medizinisches Personal in Ahmedabad und tötete 260 Menschen. Unter den Verstorbenen war der ehemalige Ministerpräsident von Gujarat, Vijay Rupani.

 

Foto: AeroXplorer/ Thomas Tse

 

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Die eine Sekunde, die alles veränderte

 

Die Kehrtwende in den Ermittlungen folgt auf eine akribische Analyse des Flugdatenrekorders (Flight Data Recorder (FDR)) und des Cockpit-Stimmenrekorders (Cockpit Voice Recorder (CVR)). Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Kraftstoffzufuhr zu beiden Triebwerken des Flugzeugs innerhalb eines einsekündigen Zeitraums unterbrochen wurde, während das Flugzeug sich in der Anfangsphase des Steigflugs befand.

Eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle bestätigte der Presse heute, dass die "theory of elimination" die Pilotenhandlung als stärkste Ermittlungsrichtung übrig gelassen habe.

 

„Nichts wurde in den bisherigen Ermittlungen ausgeschlossen“, erklärte die Quelle und räumte ein, dass die Untersuchung zunehmend auf den "Liveware"-Aspekt des SHELL model (Software, Hardware, Environment, and Liveware) zusteuere.

 

Am beklemmendsten sind durchgesickerte Details aus dem CVR, die die letzten verwirrenden Momente zwischen Captain Sumeet Sabharwal, einem Veteranen mit 15,600 Flugstunden, und First Officer Clive Kunder festhalten.

 

„In der Cockpit-Aufnahme ist zu hören, wie einer der Piloten den anderen fragt, warum er abgeschaltet habe. Der andere Pilot antwortete, dass er dies nicht getan habe“, so die vorläufigen Einschätzungen der AAIB.

 

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„Latente Mängel“ und Systemausfälle

 

Während die offizielle Untersuchung in Richtung menschlicher Absicht tendiert, ist aus der Foundation for Aviation Safety (FAS) eine heftige Gegenposition aufgekommen. In einer dem U.S. Senate Anfang dieses Monats vorgelegten Präsentation behauptete die NGO, dass das unglückselige Flugzeug VT-ANB seit seiner Auslieferung im Jahr 2014 eine dokumentierte Vorgeschichte elektrischer Fehlfunktionen habe.

 

Der FAS-Bericht hebt einen schweren Brand im P100 Primary Power Panel im Januar 2022 hervor und legt nahe, dass ein "latenter Defekt" in der Boeing 787-Flotte eine kaskadierende Systemstörung ausgelöst haben könnte, die zu einer ungewollten Unterbrechung der Kraftstoffzufuhr führte.

 

Prashant Bhushan, ein prominenter Anwalt, der die Safety Matters Foundation in einer Public Interest Litigation (PIL) vor dem Supreme Court vertritt, bekräftigte diese Bedenken während einer Anhörung am Mittwoch:

 

„Die gesamte Pilotenvereinigung sagt, dass es ein Problem bei der Boeing 787 gibt, die stillgelegt werden müsse.“

 

Der Supreme Court bezeichnete das selektive Durchsickern des vorläufigen Berichts als „bedauerlich und unverantwortlich,“ und warnte, dass solche Leaks eine "media narrative" schaffen könnten, die die Öffentlichkeit gegenüber der verstorbenen Besatzung unfair voreingenommen.

 

Foto: Getty Images

 

Ein rechtlicher und emotionaler Stillstand

 

Die menschlichen Kosten der Untersuchung steigen weiter an. Die AAIB hat kürzlich Captain Varun Anand, einen aktiven Air India-Piloten und Neffen des verstorbenen Captain Sabharwal, zur Vernehmung vorgeladen — ein Schritt, den die Federation of Indian Pilots (FIP) als "wholly unwarranted" verurteilt hat.

 

Der 91-jährige Vater von Captain Sabharwal, Pushkaraj Sabharwal, hat sich ebenfalls direkt an die Regierung gewandt und um eine formelle, unabhängige Untersuchung gebeten, um das Vermächtnis seines Sohnes vor dem, was er "tremendous psychological pressure" durch Spekulationen nennt, zu schützen.

 

„Das Bureau kann jedermann im Rahmen seines Mandats zur Sammlung von Fakten und zur Klärung der Ereignisse rund um den Absturz vorladen und befragen“, entgegnete die AAIB und bekräftigte damit ihre Befugnis, jeder möglichen Spur nachzugehen.

 

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Aktueller Stand der Untersuchung

 

Die AAIB-Ermittlung läuft weiter, wobei bestimmte Komponenten des Flugzeugs noch in spezialisierten Laboren forensisch untersucht werden. Während der Fokus auf dem Cockpit bleibt, sorgt die gleichzeitige Überprüfung von Boeings "safety culture" im U.S. Senate dafür, dass die Untersuchung zu AI171 auch 2026 ein Schwerpunkt der internationalen Luftfahrtsicherheit bleiben wird.

 

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Kalum Shashi Ishara
I am an Aircraft Engineering graduate and an alumnus of Kingston University. It was a passion that I have had since childhood driven me to realise this goal of working in the Aviation and Aerospace industry. I have been working in the industry for more than 13 years now, and I can easily identify most commercial aircraft by spotting them from a distance. My work experience involved both technical and managerial elements of Aircraft component manufacturing, Quality assurance and continuous improvement management.

Comments (3)

Bob In fact for the two engined Dreamliner with one engine each fuel cutoff switch, their arrangement is such that they cannot (without awkward pilot bodily movement) be operated simultaneously, but can sequentially be operated at a one second interval -- as when shutting the engines off when parking the aircraft. An almost a reflex action. This is what makes the one-second interval an important clue.
137d ago • Reply
FACTOR HUMANO True, but...the FDR is built in a way that it records one-second intervals. That means that the difference could be one second -and your statement would be correct- but there is still a different option: The switch-off of the engines happened in two different intervals of one second. Does it mean one second? It could be even one hundredth of a second, but placed in a different one-second interval. We cannot rule out the possibility of a voluntary action, and the preliminary report was pointing in that direction but, since there are many vested interests, I think it's better to wait for the final report. Only a little reminder: After the two crashes of B737MAX, Boeing tried to point to the pilot training. Déjà vu.
Tom First off I’m not a pilot and have zero flying experience. But from what is being presented, there has to be a clear indicator of what transpired. So this investigation can still go either way. Human intervention or manufacturing issues. Unfortunately the B787 has been flawed from the start. There’s a bad smell eminenting from the manufacturer. But did one of the pilots have personal issues? Seems that there could also have been a political issue. I’m having a hard time believing that in one split second that both of the fuel switch’s were activated. I don’t think that can be done that fast. From video I’ve watched, this is not something that happens that fast. I’m not saying it can’t happen, just that it’s just a little bit unlikely. If in fact it information from the FDR is correct. Put video cameras in flight decks.
137d ago • Reply

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