LONDON — Wenn sich der Vorhang über 2025 senkt, hat der globale Luftfahrtfertigungssektor ein Jahr gemeistert, das durch aggressive Produktionshochläufe, anhaltende Engpässe in der Lieferkette und eine deutliche Verschiebung im Wettbewerbsduopol geprägt war. Während Airbus erneut die Spitzenposition bei den Gesamtlieferungen einnahm, schloss Boeing das Jahr mit einem wiedererstarkten Auftragseingang und einer stabilisierten Produktionslinie ab, die das Ende seiner mehrjährigen "bridge"-Phase signalisierte.
Liefer-Tracker zum Jahresende 2025
Die folgende Tabelle fasst die geschätzten endgültigen Lieferzahlen für 2025 zusammen, basierend auf vorläufigen Jahresendberichten und den November-YTD (Year-To-Date)-Daten.
| OEM-Hersteller | Gesamtlieferungen 2025 | Ziel-Lieferungen 2025 (geschätzt) | Haupttreiber | Vergleich zu 2024 |
|---|---|---|---|---|
| Airbus | 784 | 790 | Dominanz der A321neo | +7% (ca.) |
| Boeing | 595 | 588 | Erholung der 737 MAX | +15% (ca.) |
| Embraer | 70 | 80 | Boom bei Executive-Jets | +12% (ca.) |
| COMAC | 38 | 50 | Hochlauf des C919 | Wachstum des neuen Marktteilnehmers |
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Airbus: Narrowbody-König trotz Rückschlägen bei Zulieferern
Airbus ging unter enormem Druck in den Dezember. Nachdem ein "Qualitätsproblem bei einem Zulieferer" im Zusammenhang mit Rumpfverkleidungen von Sofitec Aero entdeckt worden war, sah sich der europäische Konzern gezwungen, sein ursprüngliches Ziel von 820 Flugzeugen auf 790 zu korrigieren.
Trotzdem blieb die A320neo-Familie die "wirtschaftliche Lokomotive" der Branche. Bis Ende November hatte Airbus bereits 657 Flugzeuge ausgeliefert. Ein massiver Dezember-"Sprint", in dem über 125 Jets im letzten Monat geliefert wurden, trieb den OEM auf sein revidiertes Ziel zu.
Der A321neo-Faktor: Die A321neo macht über 50% der Narrowbody-Lieferungen aus und bleibt die bevorzugte Wahl für langstreckenfähige, hochkapazitäre Single-Aisle-Routen.
Widebody-Resilienz: Die A350-Lieferungen stabilisierten sich, wobei die A350-1000-Variante bei Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten wie Etihad und Emirates verstärkt nachgefragt wurde.

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Boeing: Die Wende gewinnt an Fahrt
Für Boeing war 2025 ein Jahr von "Qualität vor Quantität." Unter strenger FAA-Aufsicht konzentrierte sich der Hersteller darauf, die Produktionsrate der 737 MAX zu stabilisieren, die Ende Q4 schließlich die Begrenzung von 42 pro Monat durchbrach.
"Boeing's 2025 was a fundamentally bizarre year. While production was constrained by a 'hangover' of quality discipline, the market treated it as a turnaround candidate, rewarding the company for its Spirit AeroSystems merger and a massive order lead over Airbus." — Aviation Analyst Report
Wichtige Meilensteine für Boeing in 2025:
737 MAX-Stabilität: Erreichte eine kumulative Auslieferungszahl von etwa 400+ MAX-Einheiten bis Jahresende.
Führende Position bei Widebodies: Boeing übertraf Airbus deutlich bei Widebody-Aufträgen, insbesondere für die 787 Dreamliner und die 777 Freighter.
777X-Verzögerung: Die offizielle Verschiebung der ersten 777X-Auslieferung auf 2027 lastet weiterhin auf dem Programm, trotz starker Verkäufe der aktuellen Generation 777F.

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Der "Aufstieg der Anderen"
Während das Duopol intakt bleibt, erzielten sekundäre OEMs 2025 bedeutende Erfolge:
Embraer: Boom bei Executive-Jets
Der brasilianische Hersteller erreichte seine Prognose von 145–155 Executive-Jets, angetrieben durch die hohe Nachfrage nach der Phenom 300-Serie. Im kommerziellen Bereich gewann die E2-Familie an Fahrt, insbesondere durch einen wegweisenden Auftrag von SAS, wodurch die E195-E2 als kostengünstige Alternative zur A220 positioniert wurde.
COMACs C919: Realitätscheck
Das chinesische Unternehmen COMAC erlebte ein schwieriges Jahr und kürzte sein Lieferziel für den C919 2025 von 75 Einheiten auf nur 25. Engpässe in der Lieferkette und geopolitische Faktoren, insbesondere in Bezug auf die CFM LEAP-1C-Triebwerke, behinderten den Hochlauf. Die ersten internationalen Einsätze des C909 (ehemals ARJ21) in Südostasien stellten jedoch einen strategischen Erfolg für die globalen Ambitionen des Unternehmens dar.

Ausblick 2026
Mit dem Übergang ins Jahr 2026 sieht sich die Branche einem kombinierten Auftragsbestand von über 16.000 Flugzeugen gegenüber. Der Fokus wird sich von "Aufträge sichern" auf "Lieferungen ausführen" verlagern. Boeing strebt an, eine Produktionsrate von 50+ MAX-Flugzeugen pro Monat zu erreichen, während Airbus versuchen wird, die schwer fassbare Marke von 800 Lieferungen zu überschreiten, sobald die Probleme mit den Rumpfverkleidungen behoben sind.
AeroXplorer Als Offizieller Medienpartner Für Airliners International 2026 In Denver Benannt » Lufthansa Technik stellt umfangreiches ACJ318-Elite-Aufrüstungsprogramm vor » FAA beschließt endgültig AD zur Behebung der A350-Flugsteuerungsgefährdung »
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