PORTLAND, OR – Die Luftfahrtszene und die Öffentlichkeit erhalten einen erschütternden, unmittelbaren Einblick in die Momente der Beinahe-Katastrophe an Bord von Alaska Airlines Flight 2059 (betrieben von Horizon Air). Neu veröffentlichte Cockpit-Stimmenaufnahmen (CVR), die Anfang Januar 2026 nach Abschluss der Gerichtsverfahren öffentlich wurden, zeigen den genauen Moment, in dem der außer Dienst befindliche Pilot Joseph Emerson versuchte, die Triebwerke des Flugzeugs während des Fluges abzuschalten.
Die Aufnahmen liefern einen eindringlichen Bericht über die Verwirrung und die rasche Reaktion, die ein Massenopferereignis auf dem Flug vom 22. Oktober 2023 von Everett nach San Francisco verhinderten.
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„Mir geht es nicht gut“
Das Audio, das durch Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz nach Emersons Verurteilung Ende 2025 erlangt wurde, offenbart einen eindringlichen Austausch zwischen der Cockpitbesatzung und Emerson, der auf dem Cockpit‑„Jumpseat“ saß.
Im Transkript ist zu hören, wie Emerson schwer atmet, bevor er deutlich sagt: „Mir geht es nicht gut.“ Zunächst antwortete der Kapitän, das Ausmaß offenbar missverstehend, mit: „Du bist okay?“ Emerson korrigierte ihn sofort und diesmal energischer: „Mir geht es nicht gut.“ Sekunden später nimmt das Audio das Geräusch eines körperlichen Gerangels auf, als Emerson nach den beiden roten T‑Griffen greift.
Die T‑Griffe, die sich am Overhead‑Panel befinden, sind dafür vorgesehen, die Treibstoffzufuhr zu den Triebwerken bei einem Bordbrand zu unterbrechen. Wären sie vollständig betätigt worden, hätte sich die Embraer 175 in einen Hochflügel‑Gleiter verwandelt.

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Zeitliche Abfolge des Vorfalls
Flight AS2059
| Zeit (ca.) | Ereignis | Einzelheiten |
|---|---|---|
| 05:45 PM | Abflug | Flug 2059 startet von Everett (PAE) nach San Francisco (SFO). |
| 06:15 PM | Erste Notlage | Emerson sagt zur Crew: „Mir geht es nicht gut.“ |
| 06:16 PM | Versuch, Triebwerke abzuschalten | Emerson greift nach den T‑Griffen; die Piloten überwältigen ihn körperlich. |
| 06:17 PM | Notfall erklärt | Die Piloten funken zu ATC: „Wir haben einen Jumpseater, der versucht hat, unsere Triebwerke abzuschalten.“ |
| 06:30 PM | Ausweichflug | Das Flugzeug beginnt den Notabstieg zum Portland International (PDX). |
| 06:42 PM | Sichere Landung | Das Flugzeug landet sicher; Emerson wird von der Port of Portland Police in Gewahrsam genommen. |
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Der „Traumzustand“ und psychedelische Einflüsse
Nachfolgende Untersuchungen und Emersons eigene Aussagen ergaben, dass der erfahrene Pilot unter einer tiefgreifenden psychischen Krise litt, die durch den Konsum von Psilocybin („Magic Mushrooms“) zwei Tage zuvor verschärft wurde. Emerson sagte den Ermittlern, er habe seit über 40 Stunden nicht geschlafen und habe geglaubt, in einem „Traum“ gefangen zu sein, aus dem er aufwachen müsse.
„Ich dachte, ich würde sterben. Ich dachte, das Ziehen dieser Griffe würde mich aufwecken“, erklärte Emerson während seines Prozesses 2025. „Ich hatte nicht die Absicht, irgendjemandem weh zu tun; ich wollte einfach nur nach Hause.“
Medizinische Experten identifizierten später, dass Emerson möglicherweise an einer anhaltenden Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogenen (HPPD) litt, einer seltenen Erkrankung, bei der die Wirkungen von Psychedelika noch lange nach dem Abklingen der Substanz zu dissoziativen „Flashbacks“ führen können.
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Rechtlicher Abschluss und Reformen in der Branche
Im Dezember 2025 endete die juristische Auseinandersetzung mit einer Entscheidung eines Bundesrichters, Emerson zu der bereits verbüßten Haftzeit und fünf Jahren Bewährung zu verurteilen. Das Urteil wurde von vielen als wegweisend angesehen, da es die Schwere der Tat mit den eindeutigen Anzeichen eines psychischen Zusammenbruchs abwägte.
Der Vorfall löste eine umfangreiche Überarbeitung der Herangehensweise der FAA und der Fluggesellschaften an die psychische Gesundheit von Piloten aus. Emerson ist inzwischen zu einem Fürsprecher für Reformen geworden und hat eine gemeinnützige Organisation gegründet, die es Piloten ermöglichen soll, Hilfe bei Depressionen und Trauer in Anspruch zu nehmen, ohne sofort um den Verlust ihrer fliegerärztlichen Tauglichkeitsbescheinigung fürchten zu müssen.
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