Die Luft- und Raumfahrt-Schwergewichte Boeing und Rheinmetall haben offiziell eine strategische Partnerschaft geschlossen, um das MQ-28 Ghost Bat in den Kern der europäischen Verteidigung zu bringen. Die heute, am 31. März 2026, bekannt gegebene Zusammenarbeit zielt darauf ab, der deutschen Bundeswehr eine „ausgereifte und erprobte“ Lösung für ihren dringenden Bedarf an Collaborative Combat Aircraft (CCA) zu liefern und markiert eine deutliche Eskalation im Wettlauf um die Zukunft der unbemannten Luftkriegsführung.
Im Rahmen der Vereinbarung werden die beiden Unternehmen das in Australien entwickelte Ghost Bat als Eckpfeiler der künftigen Flotte der deutschen Luftwaffe anbieten. Die Partnerschaft positioniert Rheinmetall, Deutschlands größten Rüstungskonzern, als souveränen Systemmanager. In dieser Rolle wird das Düsseldorfer Unternehmen die Integration des MQ-28 in bestehende und zukünftige deutsche Führungs- und Waffensysteme überwachen und gleichzeitig die langfristige Instandhaltung, Logistik und Anpassung an spezifische nationale Anforderungen übernehmen.

Foto: Rheinmetall
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Ein Kraftmultiplikator für die moderne Luftwaffe
Das MQ-28 Ghost Bat hat sich rasch von einem geheim gehaltenen Prototyp zu einem einsatzbereiten „Loyal Wingman“ entwickelt. Bis heute hat die Plattform mehr als 150 Testflüge absolviert und dabei leistungsstarke Fähigkeiten im hohen Unterschallbereich sowie fortschrittliche autonome Verhaltensweisen gezeigt. Entwickelt, um neben bemannten Kampfflugzeugen wie der F-35A und dem Eurofighter Typhoon zu fliegen, dient das Ghost Bat als Kraftmultiplikator, der die Sensorreichweite erweitert und in hochumkämpften Umgebungen entscheidende Kampfkraft hinzufügt.
Eine der markantesten Eigenschaften des Flugzeugs ist seine modulare „Mission-Nase“. Der gesamte vordere Rumpfabschnitt kann in Minuten ausgetauscht werden, um die Drohne für Aufklärungs-, elektronische Kampf- oder kinetische Angriffsmissionen umzurüsten. Diese Flexibilität ist ein zentraler Pfeiler des Angebots an das Verteidigungsministerium, das bis 2029 eine einsatzfähige CCA-Fähigkeit anstrebt.
„Mit Boeing Defence Australia als Partner schaffen wir die Voraussetzungen, um das MQ-28 optimal an die Anforderungen der Bundeswehr anzupassen,“ sagte Armin Papperger, CEO von Rheinmetall AG. „Als Systemintegrator stellen wir sicher, dass Integration, Betrieb und Weiterentwicklung aus einer Hand erfolgen und stärken gleichzeitig die industrielle Wertschöpfung in Form eines industriellen Zentrums in Deutschland und Europa. Wir sehen für Rheinmetall Umsatzerlöse im Bereich dreistelliger Millionen Euro.“
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Strategischer Wettbewerb im deutschen Luftraum
Die Allianz zwischen Boeing und Rheinmetall kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Deutschland mehrere Optionen für seine unbemannte Kampfflotte prüft. Während das Ghost Bat ein hohes Maß an Reife bietet, bereitet Airbus gleichzeitig Flugtests für ein auf Deutschland zugeschnittenes System vor, das auf dem Kratos XQ-58A Valkyrie an seinem Standort in Manching basiert.
Durch die Partnerschaft mit Rheinmetall macht Boeing das Ghost Bat effektiv „deutsch“. Dieser Schritt stellt sicher, dass ein signifikanter Anteil des Plattformwerts und die sensible Softwareentwicklung innerhalb der deutschen Grenzen verbleiben. Die Zusammenarbeit wird ein dediziertes digitales Umfeld im Land unterstützen, in dem Ingenieure beider Staaten neue Hardware- und Softwareinnovationen testen und validieren können.
Dr. Brendan Nelson, President von Boeing Global, betonte die internationale Tragweite des Abkommens:
„Dies ist nicht nur eine Partnerschaft zwischen unseren Unternehmen, sondern zwischen zwei großartigen Ländern, Deutschland und Australien, die eine ähnliche Strategie für die Integration von Collaborative Combat Aircraft in ihre Luftstreitkräfte teilen. Unsere Partnerschaft wird es der deutschen Industrie ermöglichen, jahrelange australische Innovation und Investitionen zu nutzen, um das MQ-28 für die Bundeswehr einzuführen und weiterzuentwickeln.“

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Geplante Demonstrations- und Bewertungsflüge
Um die bevorstehende Flugbewertungsphase der Bundeswehr zu erleichtern, haben Boeing und Rheinmetall eine Reihe von Demonstrationsflügen für das zweite Quartal 2026 skizziert. Diese Flüge sollen die Interoperabilität des MQ-28 mit deutschen Missionssystemen demonstrieren.
| Flug-Nr. | Route | Abflugzeit | Ankunftszeit | Dauer | Einsatztage |
|---|---|---|---|---|---|
| GHOST-DEMO-01 | Manching Air Base (lokal) | 09:30 CET | 10:45 CET | 1h 15m | Di, Do |
| GHOST-FERRY-01 | Woomera (AUS) bis Manching (GER) | 06:00 ACST | 18:30 CET | 21h 30m* | 14. April 2026 |
| LUFT-INTEG-04 | Manching nach Neuburg Range | 14:00 CET | 15:15 CET | 1h 15m | Mi, Fr |
| SYS-EVAL-09 | Manching Air Base (große Höhe) | 10:00 CET | 12:30 CET | 2h 30m | Montag |
*Der Überführungsflug beinhaltet geplante Tankstopps in Darwin und Al Udeid.
Der strategische Markteintritt des Ghost Bat in Deutschland signalisiert eine Wende hin zu erprobten, schnell einsetzbaren Technologien. Indem auf eine Plattform zurückgegriffen wird, bei der die primären Entwicklungskosten bereits von Australien getragen wurden, kann Deutschland sein Einsatzziel für 2029 mit deutlich reduziertem Risiko erreichen. Wenn die Flugtests in Manching beginnen, wird die Branche beobachten, ob dieser „in Australien entstanden, in Deutschland weiterentwickelte“ Jäger zum Vorreiter der europäischen autonomen Luftfahrt wird.
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