Knappheit ist in diesem Frühjahr zum bestimmenden Merkmal des Marktes für Geschäftsflugzeuge geworden, da Käufer mit einem schrumpfenden Angebot und steigenden Kosten konfrontiert sind. Als Stand 2. März 2026 liegt die Ursache dieses Marktengpasses in einer perfekten Kombination aus ins Stocken geratenen Neuflugzeuglieferungen und einer ungebrochenen Nachfrage nach sofortiger Beförderung. Aktuelle Daten von Jefferies und AMSTAT zeigen, dass das gesamte Volumen zum Verkauf stehender gebrauchter Business-Jets auf einen kritischen Tiefstand von 4% der globalen Flotte gefallen ist, ein starker Rückgang gegenüber dem üblichen 10%-Benchmark, der für ein ausgeglichenes Marktverhältnis erforderlich ist.
Dieses Angebotsvakuum hat die Bewertungslandschaft grundlegend verändert. Während das Inventar in den letzten zwölf Monaten um 12% gesunken ist, ist der durchschnittliche Listenpreis für die verbleibenden Flugzeuge um 7% gestiegen. Die begehrtesten Objekte, Großraumjets unter sieben Jahren, verzeichnen eine noch drastischere Verschiebung: die Verfügbarkeit moderner Langstreckenmodelle ist im Jahresvergleich um 36% geschrumpft.

Foto: AeroXplorer/ Pablo Armando Armenta
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Die Faktoren hinter der Angebotsknappheit
Hauptursache dieses Trends ist der anhaltende Engpass durch Auftragsrückstände bei den großen Herstellern. OEMs wie Gulfstream und Bombardier melden Auftragsbücher, die bis 2029 reichen, sodass potenzielle Eigentümer, die nicht drei Jahre auf ein fabrikneues Flugzeug warten können, in den Gebrauchtmarkt drängen.
Darüber hinaus hat die Verlängerung 2026 des One Big Beautiful Bill Act (OBBBA), die hohe Abschreibungsboni im ersten Jahr beibehält, inländische Käufer in den USA dazu veranlasst, Käufe noch vor dem Fortschreiten des Fiskaljahres abzuschließen.
Branchenveteranen stellen fest, dass der derzeitige Markt eher von professioneller Disziplin als von Panikkäufen geprägt ist, wie sie in früheren Jahren zu beobachten waren. Wayne Starling, der im Fourth Quarter Report der International Aircraft Dealers Association (IADA) auftrat, hob die derzeitige Atmosphäre hervor:
„Die höhere Aktivität im vierten Quartal spiegelte einen gesunden, disziplinierten Markt wider, der durch Abschreibungsboni, verbesserte Zinssätze und knappe Bestände gestützt wird – Bedingungen, die weiterhin erfahrene, professionelle Händler begünstigen, die komplexe Transaktionen ausführen können.“
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Strategische Verlagerung von Vermögenswerten
Während Makler darum kämpfen, die wenigen verbliebenen hochwertigen Rümpfe zu sichern, hat die logistische Aktivität zwischen den großen Inspektionszentren zugenommen. Pre-purchase inspections (PPIs) laufen derzeit in sekundären Hubs wie Savannah und Wichita auf vollen Kapazitäten, da Käufer versuchen, Deals innerhalb rekordkurzer Fristen abzuschließen.
Die folgende Tabelle verfolgt die jüngsten operativen Bewegungen gefragter gebrauchter Assets, die sich derzeit in verkaufsbedingten Überführungs- oder Vorführflügen befinden:
| Flug-Nr. | Strecke | Abflugzeit | Ankunftszeit | Dauer | Betriebstage |
|---|---|---|---|---|---|
| N650FT | Teterboro (TEB) – Savannah (SAV) | 08:30 AM | 10:15 AM | 1h 45m | Mo., Mi. |
| BBD750 | Montreal (YUL) – Wichita (ICT) | 09:15 AM | 11:45 AM | 3h 30m | Di., Do. |
| G700DX | Van Nuys (VNY) – Palm Beach (PBI) | 07:00 AM | 03:00 PM | 5h 00m | Täglich (Demo) |
| C560LX | Dallas (DAL) – Scottsdale (SDL) | 01:20 PM | 02:35 PM | 2h 15m | Mo., Fr. |
| GLB605 | London (FAB) – Le Bourget (LBG) | 10:00 AM | 11:10 AM | 1h 10m | Mi., Sa. |

Foto: AeroXplorer/ Adam Jackson
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Ein Markt mit begrenzten Alternativen
Erstmals seit fast einem Jahrzehnt erweist sich der „Abwarten“-Ansatz für Käufer als teuer. Im Großraumsegment, speziell bei der Gulfstream G650 und der Bombardier Global 6000, haben sich die Preise auf einer „Premium-Untergrenze“ stabilisiert, bei der selbst ältere Rümpfe Preise erzielen, die zuvor Flugzeugen in der Lebensmitte vorbehalten waren. Colin Dunne von Jetcraft betonte die Einzigartigkeit des aktuellen Zyklus:
„Der Markt wird sich im Q1 2026 beruhigen. Es gibt viele Käufer, die auf das Ende des Jahresansturms warten, um dann bessere Werte auf dem Markt zu finden.“
Diese „Beruhigung“ hat sich jedoch eher in einem Mangel an neuen Inseraten als in einer Preisberichtigung niedergeschlagen. Stand heute ist die Antwort auf das aktuelle Markträtsel eindeutig: Solange die Produktionsraten der OEMs nicht schneller sind als der Ersetzungszyklus der bestehenden Flotten, bleibt der gebrauchte Business-Jet eine der schwer fassbarsten und teuersten Waren in der globalen Luftfahrtbranche.
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